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RU 35/2010 - ROM und die Roma


FRANKREICH (ru, 4. Sept. 2010) : Präsident Sarkozy beorderte die Ausweisung von Hunderten von Zigeunern zurück in ihre Heimatländer Rumänien und Bulgarien. Alle Deportierten befinden sich in einer illegalen Situation (keine Arbeit oder Einkünfte am Ende von 3 Monaten Aufenthalt in Frankreich). Nichts ist also normaler und legaler. Aber welch ein Aufschrei seitens der Kirche! Selbst wenn es sich mittlerweile erwiesen hat, dass der Papst, im Gegensatz zu dem, was die Massenmedien aus seinen Worten herauszuinterpretieren versuchten, sich zu diesem Thema nicht geäußert hat, füllten die Klagelieder und sogar Anschuldigungen durch unsere Bischöfe und selbst einige vatikanische Agenturen (einschließlich Erzbischof Agostino Marchetto, Sekretär des Päpstlichen Rates für die Migranten, der in der Zwischenzeit zurückgetreten ist bzw. wurde) die Medien tagelang an. Laut der vatikanischen Presseagentur Zenit hat Mgr. Marchetto insbesondere erklärt: „Zwangsvertreibungen erbringen immer Leiden, und ich kann folglich nicht über solche Leiden glücklich sein, besonders wenn dies schwache und arme Menschen betrifft, die auch während des Holocausts verfolgt wurden und heute noch verfolgt bleiben." Als ob das KZ Auschwitz wiedereröffnet worden sei! Als Ergebnis dieser schweren kirchlichen Kritik fiel die gesamte ausländische politische Nomenklatur über Frankreich her, bis Brüssel hin, wo man diese Woche über das „französische Verbrechen“ diskutiert.

Doch diese Ausweisungen erfolgen auf dem legalsten Weg der Welt, sogar mittels Tourismus-Flugzeugen, kombiniert mit einer Prämie von 300 Euro cash beim Antritt der Rückreise in die Heimat, plus 100 Euro pro Kind. Wenn man weiß, dass in Rumänien die Zigeuner nur mit einer monatlichen Abhilfe von 25 Euro pro Haushalt abgespeist werden, ist die französische Hilfe ein Luxus! Und selbst nach ihrer Ankunft in Rumänien sorgen sich unsere guten Franzosen noch um die Möglichkeit eines soliden Neuanfangs für diese Ausgewiesen : man spricht von 3000 Euro französischer Beihilfe pro Haushalt für den Beginn eines neuen Jobs in Rumänien etc. Wo ist Auschwitz bei alledem? Gewiss, Rom verteidigt noch das Individuum und die Familie, aber bezüglich der Großfamilie der Nation hat Rom bereits kapituliert: alle Ausländer müssen willkommen geheißen werden, denn sie sind Teil der großen Familie Gottes! In der Kirche schert man sich nicht mehr um das Gemeinwohl einer Nation, eines Volkes, einer Kultur. Damit zusammen geht auch die Aufgabe der anderen zwischengeschalteten Stellen, der Korporationen von gestern, der christlichen Netzwerke. Es ist als ob die Kirche die selbstverkaufte Sklavin der Globalisierung geworden wäre... Es ist schmerzhaft, wenn wir Gläubigen von denjenigen, die unsere guten Hirten sein sollten, aufgegeben werden. Es scheint so, dass dies fast allen Heiligen geschah (+Kardinal Mindszenty: "Meine Verfolgungen durch die Sowjets waren schlimm, aber schlimmer noch war die Verfolgung, die mir die Kirche nach meiner Befreiung auferlegte: sie wollte, dass ich den Mund schließe. Aber ich habe das nicht akzeptiert, und ich habe den Kommunismus mit all meinen Kräften weltweit angeprangert."). Noch mehr müsste man hier von dem armen Padre Pio sprechen ...

Aber kommen wir zurück auf die Ausweisung einiger Zigeuner aus Frankreich. Nun darf man nicht folgern, dass Herr Sarkozy zu beweihräuchern wäre, aber aus Gründen, die völlig anders sind als die von unseren Kirchenfürsten genannten: um jemand des Landes zu verweisen, müsste es Grenzen geben. Aber Grenzen gibt es keine mehr in der Europäischen Union. Sie wurden abgebaut und sind weithin nicht einmal mehr erkennbar. Vielerorts, wie z.B. an der alten Grenze zwischen Belgien und Deutschland in der Nähe von Aachen, beobachtet man folgendes: Sie müssen mit Ihrem Auto mit mindestens 80 km/h Geschwindigkeit durch die Grenze brausen, wenn Sie nicht von einem Polizeiwagen verfolgt werden wollen. Die Polizei kann Ihnen wegen Nichteinhaltung der Mindestgeschwindigkeit auf dem Mittelstreifen eine beachtliche Strafe verabreichen. . Die Zigeuner haben also die volle Möglichkeit zur Rückkehr nach Frankreich, sogar gleich am nächsten Tag nach ihrer Vertreibung in Tourismusklasse, um zum Beispiel mit dem Pass eines Vetters eine neue Ausweisungsprämie von Herrn Sarkozy zu vergattern, und so weiter. Es leben in Rumänien zwei Millionen Zigeuner, in Frankreich jedoch augenblicklich nur 15.000. Wir haben da Aussicht auf schöne Tage des internationalen Tourismus. Seitens Herrn Sarkozy und der Regierung handelt es sich um eine pure Maßnahme vor den Wahlen (von 2012). Der Minister Eric Besson erklärte nunmehr, dass man jetzt "unsere Grenzen wohl besser kontrollieren muss", damit die vertriebenen Zigeuner nicht zurückkehren. 18 Jahre nach Maastricht haben wir hier also einen Minister, der es wagt, die Augen zu öffnen? Schon damals hätten wir es gern gesehen, dass die Kirche zugunsten der Völker und Nationen sowie ihrer festen Grenzen, mit einem Wort zugunsten aller zwischengeschalteten Stellen, was die Soziallehre der Kirche stets vertreten und verteidigt hat, in die Debatte eingegriffen hätte. Nochmals zitieren wir +Kardinal Mindszenty: "Die Kirche hat in ihrer Weisheit um den Gläubigen drei Bastionen der Verteidigung aufgebaut: die Familie, die Schule und die Nation. Die Kommunisten haben diese Bastionen eine nach der anderen zerstört.“ Heute sind einige Behörden der Kirche selbst die Verantwortlichen für dieses ununterbrochene Zerstörungswerk. Zum Glück nicht alle. Deo Gratias !

-  O.A.M.D.G.  -



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