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RU 46+47/2007 - TÜRKEI, Sonderbericht


SONDERAUSGABE: TÜRKEI. Eine Sache ist es, den Medien blind zu glauben, eine andere Sache ist es, selbst hinzugehen. Das tat eine Gruppe des Vereins UNEC, Paris, vom 12. bis 24. November. Das Ziel war eine Pilgerreise durch die Türkei, ein ehemals total christliches Gebiet, lange vor der Taufe Frankreichs, und den Christen zu begegnen, die dort mit großen Schwierigkeiten unter sogar gemäßigtem Islam leben, um zu versuchen dieses Land, dessen Zugehörigkeit zu Europa so stark umstritten ist, zu „erfühlen“.

Die Aufnahme war überall mehr als  freundlich, was heute selten ist. Sollten dies die „natürlichen“ Reste des Evangeliums sein, das einst so tief in diesem Land verwurzelt war, bevor der Islam die dortige Christenheit vernichtete? Überall schlug man uns vor, einzutreten, um - gratis - eine Tasse köstlichen Tchaes (Tees) zu trinken, sogar vor Tankstellen und Straßengaststätten... und Fünf-Sternehotels. Und trotz der sprachlichen Schwierigkeiten versuchten sie, sich mit uns zu unterhalten und zu scherzen. Häufig holten wir unsere Straßenkarten hervor, um zu fragen, ob diese oder jener Weg unserer Autoroute von 3000 Kilometern „sicher“ sei. Ein Soldat in Zivilkleidung fasste die Lage magistral zusammen: „ In der Türkei, gibt es nirgends Probleme, dort sind einige Terroristen, das ist alles“. Wir schlossen daraus: O.K., es ist anscheinend wie in Frankreich, also los! Tatsächlich gab es allein in dem Departement Val-d'Oise nahe Paris in diesem November mehr Terroristenangriffe, Ermordete und Verletzte (ganz abgesehen von den Babymorden durch Abtreibung) als m gesamten Grenzgebiet zwischen der Türkei und Irak. Das Land ist voller Wunder: die geheimnisvollen Täler von Kappadokien, die Unermesslichkeit des Schwarzen Meers, die unzähligen Bergspitzen, die häufig 3000, 4000 und sogar 5000 Meter übersteigen (Berg Ararat), die versteckte Schönheit von Hunderten von verlassenen Kirchen, welche früher, während der byzantinischen Herrschaft, der Ruhm der Christenheit waren und die nunmehr leblos dastehen und sich seit fünfeinhalb Jahrhunderten in Gestein und Sand umformen: die Heilige Sophia bei Trabzond, die Kathedrale von Ani nahe der armenischen Grenze, die Heiligkreuzkirche am Van-See nahe der iranischen Grenze, die vielen Kirchen von Tur Abdin nahe Syrien…

In Trabzond am Schwarzen Meer, konnten wir die Kirche Heilige Maria, besuchen, eine der beiden katholischen Kirchen, die in der östlichen Hälfte der Türkei überleben. Der Priester, ein Pole, war gerade wegen einer schweren Sinusitis ins Krankenhaus eingeliefert worden, wo ihn wahrscheinlich eine Kopfoperation erwartet. Er war zur Aushilfe gekommen, als der vorherige Priester, ein italienischer Missionar, im Februar 2006 auf den Stufen der Kirche ermordet worden war. Sein Mörder, ein 17-jähriger Muslime, ist z.Z. im Gefängnis, und eine „Versöhnungsmesse“ wurde genau ein Jahr später in der Kirche Heilige Maria, unter dem Beisein eines Kardinals aus Rom, aber auch einiger Mitglieder der Familie des Mörders, gefeiert. Die türkischen Medien kommentierten dieses Ereignis sehr ausführlich. Nikolaus, ein junger Rumäne, managt die Gemeinde auf materiellem Niveau, wie es seine Frau 350 Kilometer weiter in Samsun tut, auch aus Rumänien. Er erklärt uns: „Unser Priester betete gestern Abend zu Gott, warum er ihn zwischen Leben und Tod hängen lasse. Er bat ihn, entweder sterben zu dürfen, um bei Ihm zu sein, oder aber ihn vollständig leben zu lassen, um sein Apostolat auszuführen.“ An diesem Sonntag, dem 18. November, gab es in Trabzond keine heilige Masse. Nikolaus informierte uns, dass ein türkischer Imam vor kurzem zum Katholizismus konvertiert sei und dass die Dinge in Bewegung kommen. Aber er gab auch zu, dass es ihm gelegentlich passiert, wie auch dem Priester selbst, dass ihm jemand auf der Straße beim Vorbeigehen unversehens ins Gesicht schlägt. Dies ist die Folge des Unterrichts, den die jungen Leute in den koranischen Schulen und von ihren Eltern erhalten. Die Kirche Heilige Maria öffnet allen die Tür, die anklopfen, um Informationen zu erhalten: eine reichliche christliche Literatur in türkischer Sprache steht für sie bereit. Manchmal sind die Besucher beim Betreten der Kirche sehr erstaunt, dort normalen, angenehmen und offenen Leuten zu begegnen, als ob sie erwartet hätten, dort bis an die Zähne bewaffnete Terroristen vorzufinden. Diesbezüglich habe der Besuch des Papstes in der Türkei Wunder gewirkt, meinte Nikolaus. Bekehrungen kommen vor, jedoch selten und immer spontan, „ohne Proselytismus“.

Die Religiosität der Orientalen, wenn sie einmal zum wahren Glauben durchgefunden haben, ist sehr tief, eher unzerebral. Das Evangelium („Inzil") spricht direkt ihr Herz an, es ist in ihrer eigenen orientalischen Sprechweise abgefasst. Und die Katechumenen bezeugen, häufig sei es Gott selbst, der sie „im Traum“ angerufen habe. Ist es möglich, dass Gott in seiner Barmherzigkeit eine Art direkter Notmission bei jenen Leuten, die so weit von Seiner Kirche leben, ins Werk setzt? Man hört ähnliche Berichte aus Ägypten, Jordanien, Algerien… Mysterium! – Der Besuch von Ani, der ehemaligen Hauptstadt Armeniens (christlicher Staat seit dem Jahr 310), war für uns überwältigend: auf einer weiten Steppe, wo kein Mensch wohnt, stehen viele majestätische Kirchen im alten armenisch-georgischen Stil, deren hohe Ruinen unentwegt zum Himmel aufragen, nur wenige Dutzend Kilometer vom heutigen Armenien entfernt: die Kirche der Heiligen Jungfrauen, des Heiligen Gregors, der Gottesmutter, die prächtige Kathedrale… Hier lebt kein Christ mehr. Dass Christentum verschwand, zuerst durch den islamischen Sturm fortgefegt, dann durch Erdbeben zerstört! Es wäre an der Zeit, hier eine Heilige Messe der Bekehrung und der Auferstehung zu feiern! Etwa wie die Taube, die zu Noah zurückkam, um ihm in seiner Arche auf dem nahen Berg Ararat kund zu tun, dass die Gnade wiederkommt. - Dieser Ausflug wurde durch die UNEC durchgeführt, um ihre große Pilgerfahrt 2008 in die christliche Türkei vorzubereiten. Wegen der „kurdischen“ Risiken in den Grenzgebieten mit Irak wird der Teil des Pilgerwegs, der zuerst im Bereich des Südostens geplant war - dort existieren in ununterbrochener Abfolge seit 17 Jahrhunderten noch mehrere christliche Klöster und Gemeinden - durch einen Besuch in Georgien, einem christlichen Land mit Hunderten von lebenden Kirchen und Klöstern, ersetzt.

Nachstehend das Programm für diese für Herbst 2008 geplante „Pilgerreise von Konstantinopel bis Tbilissi“: Flug Paris-Istanbul (Konstantinopel); christlicher Tag: Besuch der Hagia Sophia, des französischen christlichen Bezirks Sankt Ludwig, des orthodoxen Patriarchats Phanar; dann byzantinischer Tag: der alte Palast der römischen Kaiser des Ostens, Galata (wo die heilige Tunika einige Zeit aufbewahrt wurde), der Topkapi-Palast der Sultane… Dann Flug Istanbul-Trabzond: ein Tag mit der örtlichen katholischen Gemeinde mit Genugtuungsmesse und Vortrag, Besuch der alten Kathedrale Aya Sofia (heute Museum) direkt am Schwarzen Meer, des herrlichen Sumela Klosters, das seit dem 4. Jahrhundert hoch an einer steilen Felswand errichtet wurde. Dann mit Bus bzw. Kleinbus ein Pilgerweg von 1500 Kilometern: Reza am Schwarzen Meer mit seinen berühmten Teeplantagen, die romantischen Schluchten und Bergspitzen nahe bei Georgien, Pilgermarsch zur kleinen verlassenen Gebirgskirche von Dolishan, d.h. insgesamt 8 km zu Fuss. Besuch des „Massengrabs der Kirchen“ in Ani bei Kars, Dann südlich in Richtung Van-See, mit der einzigartigen Insel Akdhamar mit der Kirche des Heiligen Kreuzes; dann geht’s nordöstlich weiter zum Berg Ararat und Passage der Grenze nach Georgien, wo wir 2 Tage in Zougdidi im westlichen Teil des Landes verbleiben: Besuch des von der UNEC finanzierten „Grünen Hauses“ (S.O.S MÜTTER), des Schlosses der Familie Murat (heute ein Museum, welches ein Kleid der Heiligsten Jungfrau Maria enthält, das wir verehren werden), dann stracks hinauf nach Tbilissi, vorbei an uralten georgischen Klöstern, die noch in Tätigkeit sind (Kobe, Gelati…), und schließlich Pilgerfahrt zur Heiligen Tunika Christi, die sich in Mzcheta nahe Tbilissi in einer herrlichen Kathedrale des ersten Jahrtausends befindet. Rückflug Tbilissi-Paris. Kurz gesagt, es ist eine Pilgerreise der „harten“ Kategorie. Ihr Ziel ist es, unsere östlichen christlichen Brüder und Schwestern zu unterstützen, aber auch von ihnen zu lernen, wie man trotz Verfolgungen und Mängel überleben und sich heiligen kann. Wir bringen natürlich Geschenke entsprechend den Wünschen der dortigen Christen mit. Preis pro Pilger: 1500 Euro, mit den 3 Flügen, allen Besuchen und Transportmitteln, jedoch nur mit Halbpension und im Doppelzimmer. Tägliche Heilige Messe im  Ritus „Pius V“. Datum: vom 14. bis 28. September 2008. Da die Zahl der Pilger aus praktischen Gründen auf etwa 20 begrenzt ist, ist es notwendig, mit der UNEC zwecks Details und ggf. Einschreibung sofort Kontakt aufzunehmen. - (ru)

 



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