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RU 36/2007 - BRD, eine Reliquie Christi in Prüm


DEUTSCHLAND: Jedermann kennt das Grabtuch von Turin, mit seinem Heiligen Antlitz, das „nicht von Menschenhand gemacht“ ist. Einige kennen auch die Heilige Tunika von Argenteuil in Frankreich, oder das Schweisstuch von Oviedo in Spanien, oder gar den Heiligen Rock von Trier. Aber es gibt eine Reliquie Jesu, die kaum bekannt zu sein scheint: die Reliquie von den Sandalen Christi in Prüm im Rheinland. Dennoch hat diese Reliquie eine lange und gloriose Geschichte. Es ist Papst Zacharias, der sie im Jahre 752 König Pippin dem Jüngeren, dem Vater Karls des Großen, anvertraute, sozusagen als Gegengeschenk für den Schutz, den der König der Franken dem Papst zugesichert hatte, um ihn gegen dessen Feinde in Italien zu schützen. Die «Pippinsche Schenkung» vom Jahr 762 dokumentiert die Übertragung dieser Reliquie an die fränkische Abtei von Prüm, die von diesem Augenblick ab das bevorzugte Kloster des Königs wurde, bis zu dem Augenblick, wo Karl der Große seinen Hauptsitz in Aachen errichten liess. Pippin rief nach Prüm die Benediktiner von Meaux und liess zur Beherbergung der kostbaren Reliquie die Salvator-Basilika bauen, welche auch DIE GOLDENE KIRCHE genannt wurde, eine Tatsache, die zeigt, in welchem Ausmass sie reich ausgestattet und geschmückt war, um fast zu einem zweiten Ravenna zu werden. Im Jahre 799 kam Papst Leo III persönlich nach Prüm, um in Gegenwart von Karl dem Grossen «die goldene Kirche» einzuweihen. Zu dieser Zeit war die Abtei von Prüm die Hauptabtei der Karolinger geworden und hatte ungefähr hundert andere Abteien, Städte und Domänen unter sich, die sie als königliche Vermächtnisse und Geschenke erhalten hatte, einschließlich Aachens und Kölns, und sogar Besitztümern in Holland und Britannien. Das Kloster zählte bis zu 180 Mönchen. Zu dieser Zeit begannen auch die Wallfahrten und Ostensionen in Prüm, lange Zeit vor den Ausstellungen des Heiligen Rocks in Trier seit dem Jahre 1524. Schließlich wurde die Abtei von Prüm im Jahre 1574 von Trier übernommen, nicht zuletzt um die Konkurrenz mit Prüm zu beenden, da immer mehr Menschen zum Heiligen Rock im Dom von Trier pilgerten, wohin laut der Legende die Heilige Helena, die Mutter von Constantin dem Großen, im 4 Jahrhundert den Heiligen Rock gebracht hatte. Im Jahre 1794 zerstörten die französischen Revolutionstruppen die Abtei, und die Benediktines flohen. Die Abtei wurde bei der Säkularisierung von 1802 endgültig geschlossen, und die herrliche Basilika von Prüm, die inzwischen barock ausgestaltet war, wurde zu einer einfachen Pfarrkirche in einem kleinen Ort, der heute 3500 Bewohner zählt. Aber die Reliquie ist immer noch dort, sie wird in einem schönen Schrein aus dem Jahre 1896 verehrt, der für alle Besucher, die es wünschen, zur Verehrung aufgeklappt wird. - Diese ehrwürdige Reliquie war am 6. September 2007 Gegenstand einer Expertise durch mehrere französische und deutsche Wissenschaftler, d.h. Professor André Marion und sein photographisches Team, sowie Professor Gerard Lucotte, umrahmt von von dem Verein COSTA/UNEC (Ökumenisches und Wissenschaftliches Kommittee der Tunika von Argenteuil). Zunächst wurden auf die Reliquie an verschiedenen Stellen ein halbes Dutzend Klebstreifen aufgelegt, die man für die Entnahme von Pollen, Sporen, Fäden, Sandkörnern und anderen Objekten benutzt, welche im Verlauf der nächsten Monate untersucht werden. Das Ziel ist, möglicherweise einige Pollen zu identifizieren, die mit jenen identisch sind, die auf der Heiligen Tunika von Argenteuil und dem Grabtuch von Turin gefunden wurden, was eine höchst überzeugende Konvergenz für die Echtheit der Gesamtheit dieser Reliquien wäre, insbesonders wenn Pollen zum Vorschein kämen, die nur in Palästina existieren. Desgleichen sucht Professor Lucotte nach möglichen Sporen, oder sogar Blutspuren, mit dem gleichen Objektiv. Die Analysen werden in Paris mithilfe eines elektronischen Abtastmikroskops mit einer bis zu 12000-fachen Vergrösserung durchgeführt. Danach installierten die Techniker von Professor Marion ihre Photoapparatur direkt vor der Reliquie, welche der Pfarrer der Kirche, Pater Robert Lürtzener, der gegenwärtige offizielle Hüter der Reliquie, freundlicherweise für die Expertise frei zugänglich gemacht hatte. Sie benutzten ein numerisches Photogerät der Marke Pioneer, ein photographisches Spitzenprodukt in der Welt, mit einer Kapazität von 185 Millionen Pixel pro Farbe, oder 555 Millionen Pixel insgesamt. Das Ergebnis auf dem Bildschirm des Computers war höchst erstaunlich. Man konnte u.a. winzige Nahtfäden wie 1 cm breite Streifen sehen ! Das Objektiv ist, den „Prachtschuh“ zu rekonstruieren, in dessen Form die Reliquie sich heute präsentiert (anscheinend ein Schuh aus dem 8 Jahrhunderts), als ob dieser ein Reliquienschrein wäre, der die wahre Reliquie von Jesu Sandalen enthält. Deshalb ist es das Ziel, diese noch älteren Spuren zu finden und zu analysieren, wobei parallel zu den französischen Studien zwei Mitarbeiterinnen des deutschen Ledermuseums in Offenbach/Frankfort, die bei der Expertise gleichfalls anwesend waren, eigene Untersuchungen anstellen. Die Zukunft wird uns sagen, was die Ergebnisse dieser Studien sein werden. Eine Sache scheint als sicher: die Tradition der Kirche überträgt praktisch in allen Fällen getreu durch die Jahrhunderte - wenn nicht Jahrtausende - hindurch das, was die Wissenschaft später mit Mühe als authentisch entdecken. In der Tat ist die Kirche mit ihrer Tradition der beste Wegführer für alle, einschliesslich für die Wissenschaftler. Diese würden weniger unnütze Irrwege beschreiten, wenn sie mehr auf die Kirche hörten. - (ru)

 

 

- - O.A.M.D.G. - -

 



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