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RU 02/2007 - POLEN


- POLEN: Unser Korrespondent und Freund Maciej Giertych - Mitglied des Europäischen Parlaments, Präsident der Partei 'Liga der polnischen Familien', die an der gegenwärtigen Regierungskoalition teilnimmt, Vater des Vize-Premierministers und des Ministers für Erziehung Roman Giertych, sowie Bruder des Theologen des päpstlichen Hauses Wojciec Giertych - teilte uns einige Fakten hinsichtlich des neuen ex-Erzbischofs von Warschau Mgr. Wielgus mit, der schon am Tage seiner feierlichen Amtseinführung von Benedikt XVI entlassen wurde, da anscheinend Beweise für seine Zusammenarbeit mit der kommunistischen Geheimpolizei zum Vorschein kamen: "Erzbischof Stanislaw Wielgus ist ein seriöser Prälat, der für seine konservativen theologischen Ansichten bekannt ist... (Man muß wissen, daß in der kommunistischen Periode jedweder, der etwas war, Kontakte mit den Geheimdiensten haben mußte. Diese waren notwendig bei der Bewerbung um einen Paß, um ins Ausland zu reisen, oder um irgendeinen höheren öffentlichen Posten übernehmen zu können. Insbesonders Priester, die wünschten, eine Kirche zu bauen oder grössere Reparaturen an einem Gebäude vorzunehmen, mußten dazu über die notwendigen Genehmigungen verfügen, die vom guten Willen der Verwaltungen abhängig waren, und um diese Genehmigungen zu erhalten, waren Kontakte mit den Geheimdiensten notwendig. Jeder versuchte, diese Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren und versprach dabei, sich derart zu verhalten, dass er den Obrigkeiten nicht negativ auffiel. So waren Kontakte und einige vage Versprechungen die Norm und disqualifizierten niemanden. Natürlich versuchten die Geheimdienste, so viele Mitarbeiter wie möglich anzuwerben, oft unter Benutzung von Erpressung, die sie aufgrund irgendwelcher Kenntnisse, die sie bezüglich der angesprochenen Person erlangt hatten, ausübten. Einige Leute willigten ein, zu kooperieren. Einige unterschrieben eine Vereinbarung in diesem Sinne. Viele erhielten dadurch irgendeinen praktischen Vorteil (z.B. einen Paß), aber kooperierten eigentlich nie wirklich. Andere kooperierten und liessen den Geheimdiensten Berichte über die Obrigkeiten interessierende Aspekte zugehen, z.B. negative Informationen über andere Leute, die später zu deren Erpressung benutzt werden könnten. Nur der Erweis von Berichten wird in Polen als Beweis für Kooperation betrachtet. Leider wurde bei der 'Gesprächsrunde' von 1989 vereinbart, dass die geheimen Akten nicht geöffnet werden sollten, und viele wurden vernichtet - oder wurden als vernichtet bekanntgegeben. Heute präsentieren jene, die Zugang zu diesen Dokumenten haben, ihre Kenntnisse gerade dann, wenn es politisch nützlich wird. So geschah es, daß, obwohl die Dokumente selbst vielleicht nicht mehr existierten, Mikrofilme zu äusserst ungelegenen Momenten auftauchten. Wir wissen heute, dass sich Pater Wielgus, als er sich um einen Paß bewarb, um in den Jahren 1973 und 1978 im Westen zu studieren, bereit erklärte, zu kooperieren und einige diesbezügliche Dokumente unterzeichnete. Aber soweit wir informiert sind, kooperierte er damals nicht tatsächlich. Als erste Nachrichten in den Medien erschienen, daß er Kontakte mit den Geheimdiensten hatte, und später, daß er schriftlich die Zustimmung gab, mit ihnen zu kooperieren, bestritt er dies. Wie ich es sehe, verließ er sich auf Informationen, über welche er möglicherweise verfügte, daß die ihn bezüglichen Dokumente zerstört worden seien. Jedoch tauchten Mikrofilme dieser Dokumente auf. Somit war er öffentlich der Lüge überführt... Am 6. Januar, dem Dreikönigsfest, wurde während der Messe in allen Kirchen der Warschauer Erzdiözese ein Brief von Erzbischof Wielgus verlesen, in dem er alle Details seiner Kontakte mit den Geheimdiensten erklärte. Wenn er dies einen Monat früher getan hätte, als seine Person als möglicher Kandidat für die Warschauer Erzdiözese zu m ersten Mal in den Medien erschien, hätte es kein Problem gegeben. Aber weil er alle Kontakte zuerst bestritt, und dann bestritt, irgendetwas unterschrieben zu haben, beziehen sich seine Geständnisse nur auf Dinge, die bereits von jenen bewiesen wurden, die über Beweismaterial (Mikrofilme) verfügen. Es gehen Zweifel um, ob er nicht auch Berichte schrieb, die vielleicht später auftauchen könnten (z.B. in den Akten jener Personen, auf die sie sich beziehen). Seine Glaubwürdigkeit war dahin, und Warschau ist ein zu wichtiger Posten, um dort jemanden mit untergrabener Autorität einzusetzen. So bat ihn der Papst, zurücktreten, was Mgr. Wielgus dann am 7. Januar, nur wenige Augenblicke vor seiner feierlichen Amtseinführung, machte. Natürlich kamen die gegen ihn gerichteten Angriffe von liberalen Medien und liberalen Journalisten. Ich bin sicher, daß im Fall der Ernennung eines liberalen Prälaten für den erzbischöflichen Stuhl von Warschau kein Mikrofilm auftauchen wird. Dies ist eine ernste Lehre für die polnischen Bischöfe. Alles aus der Vergangenheit wird auftauchen, wenn es für die Kirche höchst ungelegen ist. Nur die Wahrheit wird uns frei machen." Ende der Stellungnahme von M. Giertych.

Kurzer Kommentar: Ist Mgr. Wielgus schuldiger an 'Kooperation' als viele unserer heutigen Bischöfe in Frankreich und Deutschland? Trinken nicht die meisten von ihnen während dieses ganzen Monats Januar den Champagne mit jenen 'abscheulichen' (dies ist das vom Vatikanum II gewählte Wort) Kriminellen, die für die Abtreibungsgesetze stimmten, sie heute aufrechterhalten und immer weiter verschlimmern, d.h. jene Abtreibungsgesetze, die in Wirklichkeit ein Attentat auf die schächsten und hilflosesten menschlichen Wesen sind? Nicht obskure Mikrofilme, sondern Millionen von 'stillen Schreien', die unsere heutigen Bischöfe permanent der 'Kooperation' bezichtigen, branden unaufhörlich zum Himmel. Wunderlicherweise denkt in ihrem Fall niemand daran, sie zu entlassen. Warum? - (ru)

 

 

- - O.A.M.D.G. - -



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