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RU 36/2006 - FRANKREICH: INSTITUT GUTER HIRTE


- FRANKREICH: Kaum hatte Benedikt XVI seinen Koffer in Bayern abgesetzt, als die Pressemeldung auf den Faxmaschinen erschien: an diesem gleichen Tag, dem 8. September, Fest der Geburt der Allerseligsten Jungfrau Maria, hatte eine kleine Gruppe von ehemaligen Mitgliedern der Priesterbruderschaft Skt Pius X (Mgr Lefèbvre) ein besonderes kanonisches Statut von den kirchlichen Obrigkeiten in Rom erhalten, wodurch das "Institut des Guten Hirten" enstand. Diese Priester sind jetzt, wie die weltliche Presse sich ausdrückt, "mit dem Vatikan wiedervereint". Superior: Hochw. Pater Philippe Laguérie; Ritus: ausschließlich die alte lateinische Hl. Messe (Ritus Skt Pius V); Anzahl der Priester: für den Augenblick: 5 (unter ihnen: Pater Guillaume de Tanoüarn, Pater Paul Aulagnier usw.); Sitz: Bordeaux; mit der wohlwollenden Zustimmung des Ortsbischofs von Bordeaux Kardinal Jean-Pierre Ricard, Präsident der französischen Bischofskonferenz; besonderer Beschützer in Rom: Kardinal Dario Castrillon Hoyos, Präfekt der Kongregation für den Klerus und Sonderbeauftragter des Heiligen Stuhls für den Dialog mit den 'Lefèbvristen'. Es handelt sich in der Tat um ein Institut 'päpstlichen Rechts'. - Reaktion der neuen traditionstreuen Gruppe 'mitten im Herzen der Kirche': "Deo gratias". Reaktion - noch am gleichen 8. September - seitens der Priesterbruderschaft Skt Pius X: "... Dieses Institut bildet in sich keine kanonische Neuheit. Die Kommission Ecclesia Dei hat seit ihrer Gründung im Jahre 1988 ähnliche Institute errichtet: Priesterbruderschaft des heiligen Petrus, Priesterbruderschaft Heiliger Johannes-Maria Vianney von Campos (Brasilien)... Als Ereignis ist dieses Institut des Guten Hirten eher mit dem Berliner Institut Hl. Philipp Neri zu vergleichen, das im Jahre 2003 auch für 1 Priester und 4 Seminaristen als Institut mit päpstlichem Recht gegründet worden war: eine Neugündung, die heute bedenklich wankt... Die Zukunft wird uns sagen, was das jetzt begonnene Institut an Neuem bringen wird. Die Priesterbruderschaft stellt bei dieser Gelegenheit heraus, daß sie diese Art von Gemeinschaftslösungen, wo die tridentinische Messe in ein besonderes Statut eingezwängt wird, nicht akzeptieren kann. Der Heiligen Messe der zweitausendjährigen Tradition steht mitten in der Kirche ein volles Bürgerrecht zu: diese Messe ist kein reserviertes Privileg für einige Nutzniesser, sondern alle Priester und Gläubigen der universalen Kirche haben ein Recht auf sie." -

Auf den ersten Blick könnte man über diese neue Gründung schockiert sein: wo sind - für diese 5 Priester - die hohen Objektive geblieben, die von Mgr Lefèbvre definiert wurden, als er von Johannes-Paul II vier Bischöfe für die Tradition sowie eine theologische Kommission, welche die Rechtgläubigkeit jedes Kapitels des II. Vatikanischen Konzils im Verältnis zur zweitausendjährigen Tradition der Kirche überprüft, einforderte? Was ist aus den Objektiven geworden, die von Mgr Fellay, dem Superior der Priesterbruderschaft Skt Pius X, vom Heiligen Vater erbeten wurden: die Zurücknahme der ungerechten Exkommunikation der Bischöfe der Tradition, und das Recht für alle Priester der universalen Kirche, die alte Liturgie der Zeiten vor dem II. Vatikanischen Konzil feiern zu dürfen? All dies wurde vergessen, und nur dies kam zum Vorschein: Rom gab 5 Priestern das Recht, die alte Messe auf Lateinisch zu feiern, und sogar ein wenig das II. Vatikanische Konzil kritisieren zu dürfen, "aber konstruktiv"... Man könnte den Eindruck haben, dass sich diese 5 Priester etwas egoistisch für sich selbst, wie einst die Abtei Le Barroux, Brot verschafften, indem sie die grosse Herde der Kirche ihrem Hunger überliessen. Natürlich frohlockt man im Vatikan. Mgr Lefèbvre sagte zur Zeit der Loslösung des Barroux und der Gesellschaft Skt Petrus von seiner Priesterbruderschaft: "Man verlässt das Schiff nicht in voller Schlacht!" -

Andererseits könnte man sich auch sagen: ist dieses Institut nicht wie ein fünftes trojanisches Pferd, das strategisch in den Leib der modernistisch gewordenen Kirche eingeführt wurde, um sie für die Tradition zurückzugewinnen? - Aber liebe Freunde, ehrlich gesagt, sollten das die 'kleinen Schritte' sein, die letztes Jahr zwischen Papst Benedikt XVI und Mgr Fellay bei ihrer überraschenden Zusammenkunft vom 29. August vereinbart worden waren? Mit diesem Tempo, da 5 Priester nur 1 Prozent der Tradition (Priesterbruderschaft Skt Pius X) darstellen, müssten wir volle 100 Jahre - d.h. bis 2106 - warten, bis das gemeinsam angestrebte Ziel der 'vollen Gemeinschaft' erreicht würde? Mein Gott, bitte verleihe den Personen, die in Deiner Kirche verantwortlich sind, die Stärke, viel größere und mutigere Schritte zu tun, da die Wunden im Mystischen Leib bluten und die Welt auf Dein Brot wartet! - Eine Sache ist gewiss: man kann und muss der Kirche dafür dankbar sein, dass sie uns den Glauben überliefert hat, und der Priesterbruderschaft dafür, uns diesen Glauben bewahrt zu haben. Ohne das grosse Schiff der Priesterbruderschaft würden die kleinen Rettungsboote gar nicht existieren, da sie erbarmungslos durch jene versenkt würden, die dem "in die Kirche eingedrungenen Rauch Satans" (Paul VI) zuzuordnen sind. Deshalb ist die Stunde für ein doppeltes DEO GRATIAS gekommen, wobei mit dem TE DEUM wohl noch für später abzuwarten ist. - (ru; vgl. FSPX 8.9., CSP 8.9.)

 

 

- - O.A.M.D.G. - -



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