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RU 26/2006 - AUSCHWITZ, WO 'GOTT SCHWIEG'?


- AUSCHWITZ/Poland: Benedikt XVI unternahm während seines 1. Pontifikatsjahres zwei Auslandsreisen. Eine zum Weltjugendtag in Köln, im August 2005, mit einem sehr beachteten Besuch in der Synagoge dieser Stadt; die andere nach Polen, Ende Mai 2006, welche mit einem Besuch in Auschwitz endete. Er setzte ein starkes Zeichen: ein deutscher Papst, der vor der Todesmauer im Lager von Auschwitz "unter grossem Schweigen" niederkniet, wie die Zeitungen unterstrichen. Aber einige Juden waren nicht zufrieden. Seit seiner Wahl haben sie, trotz aller päpstlichen Annäherungsversuche, ununterbrochen unseren gegenwärtigen Heiligen Vater kritisiert. Als er gewählt wurde, verbreiteten sie das Gerücht, er sei als Bube Mitglied der Hitlerjugend gewesen war. Nach den ersten drei Monaten seines Pontifikats warfen sie Benedikt XVI vor, er habe in seiner Liste der Gebetsintentionen für verschiedene Opfer von Terroristenangriffen in der Welt die 5 israelischen Toten des Kamikaze-Attentats vom 12. Juli 2005 in Jerusalem nicht erwähnt. Und jetzt, nach dem der Besuch des Papstes in Auschwitz, beschuldigen sie ihn, er habe lediglich 'eine Bande schlimmer Verbrecher' angeprangert (Hitler und seine Komplizen), anstatt das ganze deutsche Volk anzuklagen, das für das 'größte Verbrechen der Menschheit', die Shoah, verantwortlich sei. Außerdem wird er vom nationalen Direktor der Anti-Diffamations-Liga angeklagt, den 'heute weltweit umgehenden Antisemitismus' vergessen zu haben. Lassen wir den zu nationalistischen und partisanen Charakter dieser Anschuldigungen beiseite und beschäftigen wir uns mit dem tieferen Grund dieses Problems. "Schweigen" ist das Schlüsselwort von Auschwitz. Laut gewissen Juden müsse man heute, weil angeblich Gott angesichts des Dramas von Auschwitz abwesend war oder 'schwieg', in gleicher Weise gegenüber Gott handeln; kein Gebet dürfe sich von diesem Ort zum Himmel erheben. Im Namen dieser gotteslästerlichen Logik forderten sie vor einigen Jahren sogar, daß die schweigsamen Karmelschwestern sich aus dem Lagergebiet von Auschwitz zurückzögen, was dann im Jahre 1993 auch wirklich geschah, indem sie Papst Johannes-Paul II gehorchten: "Im höheren Interesse der Kirche bitte ich Euch, diesen Platz zu verlassen", hatte er persönlich an sie geschrieben. Sie führten diese Weisung demütig aus, indem sie 180 km nach Osten, nach Czeszow in der Nähe der ukrainischen Grenze, umzogen. Dort beten sie weiterhin, als ob sie im Zentrum des Lagers von Auschwitz seien, entsprechend dem bewundernswürdigen Prinzip des Karmelordens: zu Gott das Gebet von Lob und Liebe gerade von dem Ort aufsteigen zu lassen, wo die Hölle tobt. Bei Gelegenheit einer der Pilgerfahrten der UNEC nach Auschwitz in den Jahren 1990 bis 1993, um dort "gegen den neuen Völkermord, die Abtreibung" zu beten, hatte die Oberin des Karmels die Pilger an das Beispiel von Job erinnert: "Betrachten wir Job! Er wurde seiner Felder, seiner Söhne, seines Hauses und sogar seiner Gesundheit beraubt, und auf einem Misthaufen sitzend, bis zum Hals mit Wunden bedeckt, betete er zu Gott: 'Herr, ich danke Dir, dass Du mir einen Mund gegeben hast, um Dich zu loben!' Welch eine Lehre!" Ein 'alter weiß gekleideter Mann', Benedikt XVI, 79 Jahre alt, betete auf den Knien vor der Todesmauer nahe beim Block 11, wo Pater Maximilian Kolbe gefoltert worden war, und erneuerte mit dieser Geste den Lobpreis von Job, aber auch das Gebet der Karmelitinnen, die vor 13 Jahren von seinem Vorgänger, aufgrund eines tatsächlichen 'Diktats', das man ihm auferlegte und dem er nachgeben zu müssen glaubte, verjagt worden waren. Durch dieses Gebet bezeugte Benedikt XVI vor aller Welt, inmitten des Auschwitzlagers, dass GOTT GEGENWÄRTIG ist, dass Er sich nicht in Schweigen hüllt, das Er immer und überall Liebe ist. Ein herzliches Dankwort dafür! - Gut so, aber jetzt kommen zwei Fragen seitens einiger perplexer katholischer Journalisten:

1) wenn Benedikt XVI offen im Lager von Auschwitz betet (was durch die gegenwärtige Regelung des 'Museums' verboten ist, wie es mehrfach den Pilgern der UNEC befohlen wurde), warum findet er nicht den Mut, die Karmelschwestern aus ihrem Exil zurückzurufen? Ist es ertragbar, dass Nichtkatholiken entscheiden, welchen Katholiken es erlaubt ist, in Auschwitz zu beten: der Papst JA, die Karmelitinnen NEIN?

2) Schlimmer noch, warum kommt Papst Benedikt XVI nicht - mit Hunderten von katholischen Gruppen, die es schon mit heroischem Mut seit 30 Jahren in den Vereinigten Staaten und Europa tun - vor die Abtreibungsinstitute von heute, welche in der Tat in aller Welt die neuen Todeslager für den größten Völkermord aller Zeiten, die ABTREIBUNG, darstellen, zum öffentlichen Gebet? UNO-Ziffern zufolge ist die Eine-Milliarde-Marke in der Welt bereits überschritten...- Deshalb ist die wirkliche Frage nicht mehr: "Warum schwieg Gott in Auschwitz?", sondern "Heiliger Vater, warum treten Sie nicht viel aktiver gegenüber dem neuen Drama der Menschheit, der Abtreibung, ein?" Es wäre notwendig, in den Kampf gegen diesen neuen - in einem solchen Umfang bisher nie gesehenen - Massenmord Hunderte Millionen von Katholiken der ganzen Welt zu entsenden, um dieses abscheuliche Massaker abzustoppen, wobei es vielleicht notwendig ist, die Steuern in Abtreiberstaaten zu verweigern...

Fassen wir zusammen: Sterben wir vor Angst? Angst vor wem? - Bitte beten Sie, wenn Sie diesen Sommer eine Kirche betreten, a) für unseren Heiligen Vater Benedikt XVI, der Mut hat, aber nie genug; b) für die armen 'perplexen katholischen Journalisten' -, die wir sind. - (ru; vgl. BC 4.6., TIME 29.5.)

 

 

- - A.M.D.G. - -



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